Erlebnispädagogik

Das Besondere an der Erlebnispädagogik ist, dass sie sich das Erlebnis zunutze macht und das Lernen sich dabei in einem Prozess vollzieht, der mit aktivem Erleben beginnt.

Die Erlebnispädagogik steuert den Prozess zwischen Aktion und Reflexion, der bewussten Auseinandersetzung mit den Reizen der Umwelt. Die Teilnehmer*innen erleben sich und ihre Reaktionsmuster und können neue Verhaltensweisen probieren und trainieren. Durch das Bewältigen von nicht alltäglichen Ereignissen werden eigene Kompetenzen trainiert.

Kurt Hahn, der Gründervater der Erlebnispädagogik, bezeichnete die daraus resultierende Reife und Entfaltung der Potentiale als „Outward Bound“ – ein Begriff aus dem seemännischen, der ein zum Auslaufen bereites Schiff kennzeichnet; frei übersetzt: gerüstet sein für das Leben.

Als wesentliche Elemente dient die Projektarbeit, der Rettungsdienst, die Expedition und das körperliche Training, die durch verschieden Aktionen und Spiele umgesetzt werden.
Beim Lernen mit „Herz, Kopf und Hand“ (Pestalozzi) werden Erlebnis, Erfahrung, Abenteuer, Emotion und Reflexion produktiv miteinander verbunden.

In handlungsorientierten Herausforderungen, die Erlebnispädagog*innen gestalten, werden individuelle und gruppenbezogene Erlebnisse und Handlungsweisen gegenwärtig, die durch vielfältige Reflexionsmethoden Lernprozesse in persönlichen Lebenssituationen in Gang setzen.

Da die erlebten Herausforderungen vorwiegend in Gruppensituationen bewältigt werden, stehen nicht nur persönliche Kompetenzen (z. B. Mut, Einfühlungsvermögen, Selbstbewusstsein, Kreativität) im Mittelpunkt, sondern auch soziale Kompetenzen (z. B. Respekt, Kommunikation, Toleranz, strategisches Handeln).

 

Methodik

Die Grundlage aller Aktionen von Kurzzeithelden sind erlebnispädagogische Methoden, verstanden als dreifaches handlungsorientiertes Lernen.

Persönlichkeit

Gruppenelemente

Handlungskompetenz

 

Interaktions- und Kooperationsübungen

Die Herausforderung richtet sich an die Gruppe als Ganzes. Die Teilnehmer*innen arbeiten miteinander und nicht gegeneinander. Der Erfolg wird entweder gemeinsam erreicht oder gar nicht. Da es weder Sieger noch Rangplätze gibt, hat die Kooperation einen zentralen Stellenwert. Teamarbeit ist gefordert beim gegenseitigen Zuhören, Kompromissbereitschaft in der Entscheidungsfindung, Nutzung der Stärken und Rücksichtnahme auf die Schwächen einzelner Mitglieder, Abstimmung bei der Durchführung von Aktionen.

Die Bewältigung der Aufgabe erfordert von allen Teilnehmern Einsatz und Engagement auf mehreren Ebenen:

physisch:

In der Regel ist eine körperliche Aktivität gefordert. Motorische Fähigkeiten wie Geschicklichkeit, Schnelligkeit, Kraft und Gleichgewichtssinn kommen ins Spiel.
Die physische Herausforderung steht auf den ersten Blick meist im Vordergrund (z.B. Überwinden eines Hindernisses).

kognitiv:

Eine Lösung lässt sich meist nicht mit bereits bekannten und vertrauten Handlungsmustern erzielen. Der Schlüssel für den Erfolg liegt im überlegten Einsatz der zur Verfügung stehenden Ressourcen, Planungs- und Entscheidungsprozesse haben daher einen hohen Stellenwert.

emotional:

Die Teilnehmer*innen müssen sich aufeinander und auf etwas Neues einlassen. Elemente von Risiko und Wagnis können dabei sein: einen eigenen Standpunkt äußern, körperliche Nähe und Berührung zulassen, Hilfe und Verantwortung für andere übernehmen, sich selbst helfen lassen.

 

Natursport

Als klassische Medien der Erlebnispädagogik gelten Natursportarten wie z.B. Kanu, Klettern und Wandern (Orientierungslauf, Expedition).Diese Sportarten setzen in der Gruppe ein hohes Maß an Kooperation, Vertrauen und Selbstverantwortung voraus.

Ob die Sicherung beim Klettern, das Zusammenspiel beim Kanufahren (Kanadier), die gegenseitige Hilfe bei Wanderungen und Expeditionen – immer handelt es sich um reale Situationen, die von den Teilnehmer*innen realen Einsatz verlangen.

Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten beim Natursport sind u.a. Mut, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Naturerleben, ökologische Bildung und Umweltschutz, Grenzerfahrung, Leistungsfähigkeit, Hilfe geben und nehmen, Gemeinschaftsgefühl, Körpergefühl und Spaß.

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