Erlebnispädagogik

Der nächste Zertifikatskurs an der Alice Salomon Hochschule Berlin startet im April 2020.

https://www.ash-berlin.eu/weiterbildung/zentrum-fuer-weiterbildung/kurssuche/einzelansicht-kurs/?atyp=zk&uid=278

 

Das Besondere an der Erlebnispädagogik ist, dass sie sich das Erlebnis zunutze macht und das Lernen sich dabei in einem Prozess vollzieht, der mit aktivem Erleben beginnt.

Die Erlebnispädagogik steuert den Prozess zwischen Aktion und Reflexion, der bewussten Auseinandersetzung mit den Reizen der Umwelt. Die Teilnehmer*innen erleben sich und ihre Reaktionsmuster und können neue Verhaltensweisen ausprobieren und trainieren. Durch das Bewältigen von nicht alltäglichen Ereignissen werden persönliche und soziale Kompetenzen trainiert.

Kurt Hahn, der Gründervater der Erlebnispädagogik, bezeichnete die daraus resultierende Reife und Entfaltung der Potentiale als „Outward Bound“ – ein Begriff aus dem seemännischen, der ein zum Auslaufen bereites Schiff kennzeichnet; frei übersetzt: gerüstet sein für das Leben.

Beim Lernen mit „Herz, Kopf und Hand“ (Pestalozzi) werden Erlebnis, Erfahrung, Abenteuer, Emotion und Reflexion produktiv miteinander verbunden.

In handlungsorientierten Herausforderungen, die die Erlebnispädagog*innen gestalten, werden individuelle und gruppenbezogene Erlebnisse und Handlungsweisen gegenwärtig und setzen durch vielfältige Reflexionsmethoden Lernprozesse in persönlichen Lebenssituationen in Gang.

Da die erlebten Herausforderungen vorwiegend in Gruppensituationen bewältigt werden, stehen nicht nur persönliche Kompetenzen im Mittelpunkt, sondern auch die sozialen Kompetenzen.

 

Da sich unsere Gesellschaft immer mehr wandelt, muss auch die Erlebnispädagogik mit ihren Angeboten, Zielsetzungen und Inhalten auf veränderte Gesellschaftsstrukturen und Anforderungen reagieren.

Diversion Management und Antidiskriminierungskonzepte gehören dabei ebenso hinzu sowie die Teilhabe an den Angebote zu ermöglichen.

 

 

Beispiel Interaktions- und Kooperationsübungen

Die Herausforderung richtet sich an die Gruppe als Ganzes. Die Teilnehmer*innen arbeiten miteinander und nicht gegeneinander. Der Erfolg wird entweder gemeinsam erreicht oder gar nicht. Da es weder Sieger noch Rangplätze gibt, hat die Kooperation einen zentralen Stellenwert. Teamarbeit ist gefordert beim gegenseitigen Zuhören, Kompromissbereitschaft in der Entscheidungsfindung, Nutzung der Stärken und Rücksichtnahme auf mögliche Schwächen, Abstimmung bei der Durchführung von Aktionen.

 

Die Teilnehmer*innen sollten sich aufeinander und auf etwas Neues einlassen. Elemente von Risiko und Wagnis können dabei sein: einen eigenen Standpunkt äußern, körperliche Nähe und Berührung zulassen, Hilfe und Verantwortung für andere übernehmen, sich selbst helfen lassen.

 

Natursport

Als klassische Medien der Erlebnispädagogik gelten Natursportarten wie z.B. Kanu, Klettern und Wandern (Orientierungslauf, Expedition). Diese Sportarten setzen in der Gruppe ein hohes Maß an Kooperation, Vertrauen und Selbstverantwortung voraus.

Ob die Sicherung beim Klettern, das Zusammenspiel beim Kanu (Kanadier), die gegenseitige Hilfe bei Wanderungen und Expeditionen – immer handelt es sich um reale Situationen, die von den Teilnehmer*innen realen Einsatz verlangen.

Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten beim Natursport sind u.a. Mut, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Naturerleben, ökologische Bildung und Umweltschutz, Grenzerfahrung, Leistungsfähigkeit, Hilfe geben und nehmen, Gemeinschaftsgefühl, Körpergefühl und Spaß.

Auch hier ist die Einbindung aller Menschen in bestimmte Aktionsbereiche und Natursportarten eine große Herausforderung, die sich die Erlebnispädagogik und wir stellen wollen und müssen.

Daher ist es uns wichtig, nach Kenntnis der Gruppenzusammensetzung Inhalte aus zu wählen, die die Teilhabe Aller ermöglichen kann.

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